„Vergelt’s Gott!“

Gedanken fürs Neue Jahr

19.12.
2016
„Net nur schwarz oder weiß“ – heißt der neue Titel von Rainhard Fendrich. Schwarz oder weiß, links oder rechts, oben oder unten, drinnen oder draußen – die einen verstehen die anderen nicht, wollen sie auch gar nicht verstehen. Wir sind schnell fertig mit dem Urteil und nehmen uns keine Zeit zum Nachdenken.
Egoismus im Großen wie im Kleinen beherrscht den Zeitgeist. „Wir leben in einer Zeit der Entsolidarisierung und der schnellen Urteile“, sagt ein bekannter Krimi-Schauspieler. Urteilen, verurteilen, verunglimpfen, verleumden – nie ging das so schnell wie heute auf Twitter, Facebook usw.

Man prügelt ständig die Politik, weil sie viele Probleme nicht lösen kann. Ja, welche Probleme denn, die deinen oder die meinen? Man läuft denen nach, die von einfachen Lösungen reden – und wenn es ums Umsetzen geht, dann muss man wohl zurückrudern. Pfeif auf die Demokratie – ein starker Mann muss her! Es gibt genug Beispiele dafür, wo die Schafe ihren eigenen Metzger wählen.

Düstere Gedanken fürs neue Jahr! Oder gibt es doch Hoffnung, Licht am Ende des Tunnels? Ja, dann muss wohl jeder bei sich selber anfangen – und nicht bei denen da oben oder da drüben.

Bei unserer Generalversammlung erzählte Michael Ragg als Gastreferent, wie er in China erlebt hat, dass dort das Christentum immer mehr Menschen anzieht, weil man die Nächstenliebe entdeckt hat, die im kommunistischen System bisher keinen Platz hatte. Wenn einer auf der Straße stürzt und überfahren wird, so kümmert das kaum jemanden – und plötzlich kommt da einer, der ihm zu Hilfe eilt …!

In der „Ringelblume“ liest man nicht nur über Heilkräuter, sondern auch über das, was uns am Herzen liegt oder unterm Nagel brennt. Und wir bezeichnen unseren Verein gerne als „große Familie“. Auch wenn unsere Mitglieder nicht zur selben Wählergruppe oder Partei gehören, nicht alle römisch-katholisch sind, so verbindet uns doch ein gewisser Grundkonsens (den ich jetzt gar nicht näher definieren möchte) – sonst wären wir nicht so viele.

„Seit vielen Jahren bin ich Mitglied des Vereines Freunde der Heilkräuter, und ich möchte mich einmal ganz herzlich bedanken für die Ringelblume, die ich immer mit großer Freude und gespanntem Interesse lese und studiere. Vergelt’s Gott! …“ Margarete aus Bernsheim (Deutschland).

So wünsche ich Ihnen und uns allen fürs neue Jahr – das Licht am Ende des Tunnels!

Ihr Karl Wanko, Obmann

Advent – eine Zeit der Erwählung

Leistung ist gefragt. Wenn es der Mensch nicht mehr schafft, muss eben die Maschine herhalten. Die braucht höchstens eine Reparatur. Die redet nicht zurück und muss nicht sozialversichert werden. Das Leistungsdenken sitzt uns tief im Nacken und bestimmt unser Werten und Planen. mehr lesen