Lungenkraut

auch „Hansl und Gretl“ genannt

Ein ausdauerndes Kraut mit waagrecht im Boden verlaufendem Rhizom, einem Erdspross mit Speicherfunktion. Die Stängel werden 10 bis 30 cm hoch. Die Blätter sind sitzend, länglich bis eiförmig, rau behaart und oberseits weißlich gefleckt. Diese Flecken haben viel zur Namensgebung beigetragen: die hellen Flecken der Pflanzenblätter ähneln nämlich den Lungenbläschen.
Der oberständige Fruchtknoten hat 4 kreiselförmige, 4 mm lange, nussähnliche, braune bis schwarze Früchte. Die trichterförmigen Blüten sind zirka 2 cm lang. Anfangs hat das Lungenkraut rosafarbene, später nach erfolgter Bestäubung durch Insekten blau-violette Blüten. Im gleichen Blütenstand kommen verschiedenfarbige Blüten vor. Daher gab der Volksmund dem Lungenkraut den lieblichen Namen „Hansl und Gretl“. Der Farbwechsel beruht auf chemischen Veränderungen. Dies hängt mit dem Säuregrad des Zellsaftes zusammen. Bei abnehmendem Säuregehalt der älteren Blüten nach der Bestäubung tritt Blaufärbung ein. In den jungen Blüten ist der Zellsaft sauer, der Farbstoff ist dann rot. In älteren Blüten hingegen ist der Zellsaft neutral bis alkalisch und der Farbstoff blau.

Standort und Inhaltsstoffe
Die Pflanze ist in schattigen Laubmischwäldern, Auwiesen, Hecken und im Gebüsch zu finden, von der Ebene bis 1700 m Höhe. – Als Inhaltsstoffe gelten Schleimstoffe, Gerbstoffe, Kalisalze, Kieselsäure, Saponin und Allantoin.

Sammelgut, Erntezeit und Aufbewahrung
1. Sammelgut: die Blätter und blühenden Sprossspitzen. – 2. Erntezeit: die Blätter vor der Blüte im März/April sammeln, die blühenden Sprossspitzen mitsamt den Schäften zu Beginn der Blüte im April/Mai einige Zentimeter über dem Boden abschneiden. – 3. Das Sammelgut an einem schattigen, luftigen Ort trocknen, häufig wenden. In Papier- oder Stoffsäckchen aufbewahren.

Zubereitung von Lungenkraut-Tee
2 Teelöffel voll zerkleinertes Kraut mit 1/4 l kochendem Wasser übergießen, 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen, danach abseihen und leicht mit Honig süßen. Der Tee wird vor allem bei Katarrhen der Atemwege, Husten mit festsitzendem Schleim, bei Grippe, Bronchitis, Heiserkeit, Entzündungen des Kehlkopfes und der Luftwege sowie auch bei trockenem Husten empfohlen.

Lungenkraut-Auszug selbst herstellen
In diesem Fall verwendet man frisch geerntetes Blüten-Blätter-Gemisch. In 1 l Obstbrand setzt man 14 Tage lang 50 g Kleinschnitt in einem verschlossenen Glasgefäß an. Dann seiht man ab, presst den Rückstand aus und gibt die Flüssigkeit zur ersten. – Davon wird 3-mal täglich 1 Teelöffel voll mit etwas Wasser eingenommen. Dieser Lungenkraut-Auszug hat die gleichen Heilanzeigen wie der Tee.

Nebenwirkungen beachten
Trotz der gesundheitsfördernden Eigenschaft des Lungenkrautes ist vor Daueranwendung Vorsicht geboten, weil unter Umständen Leberschwäche auftreten könnte.

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