Im Kräutermischen unübertroffen!

Pfarrer Weidingers Meisterwerk im Kräutermischen

25.09.
2012
Kräuterpfarrer Weidinger ging weit über das herkömmliche Einmaleins der Kräuterkunde hinaus und begeistert so seine LeserInnen ...
Nun hat’s ein wenig gedauert seit meinem letzten Beitrag in eigener Sache. „Des Jahres Höh’“ ist schon weit drüber, der Herbst ist da und damit auch das nächste Heft der Ringelblume. Ein Thema möchte ich hier herausgreifen und Ihnen ans Herz legen: Pfarrer Weidingers Meisterwerk im Kräutermischen.

Spitzwegerich gegen Husten, Kamille gegen Entzündungen, Brennnessel und Löwenzahn zur Entschlackung, Lindentee zum Schwitzen, Ringelblumensalbe zur Wundheilung, Johanniskraut „fürs Gmüat“ usw. – das weiß bald jeder.

Weidinger ging über dieses Einmaleins der Kräuterkunde weit hinaus. Bevor er ab 1980 als „Kräuterpfarrer“ an die Öffentlichkeit trat, war er schon durch seine Kräuterschnäpse bekannt, darunter der legendäre „124er“ (124 Kräuter!!). Woher nahm er das Wissen und das Gespür für das Mischen von Kräutern? Viel hatte er von den Chinesen gelernt. Und in den Jahren scheinbarer Ruhe in der Stille seines Pfarrgartens in Harth hatte er probiert und studiert, aus der Volksweisheit und der Pharmazie, verfeinert und angewendet.

Als er dann in unseren erst kurz davor gegründeten Verein einstieg, nahm er sich zunächst des Beratungsdienstes an. Es galt, tagtäglich an die hundert telefonische und schriftliche Anfragen – resultierend aus der Treben-Broschüre „Gesundheit aus der Apotheke Gottes“ – zu beantworten. Bald kamen die Menschen mit ihren Problemen scharenweise zu ihm oder sie bedrängten ihn bei seinen Vorträgen. Nachdem man ihm sein Leid geklagt hatte, war es dann oft noch ein Blick in die Augen oder ein Händedruck, der ihm Gewissheit verschaffte – und schon diktierte er die Teemischung: „2 Teile Dillfrüchte, 3 Teile Anisfrüchte, 2 Hopfen, 4 Kamille, 3 Waldmeister, 1 Thymian und 2 Teile Wacholderbeeren“ – 3 Wochen täglich abends 1 Tasse … das war individuell „maßgeschneidert“.

Doch die tägliche Fülle an Anfragen machte es notwendig – auch für die Handhabung durch seine Mitarbeiterinnen –, dass er für dieses oder jenes Leiden schon ein fertiges Teerezept zur Hand hatte. Und um das ganze in ein System zu bringen, entstanden die Teekarten „Ein guter Rat vom Kräuterpfarrer“. 272 an der Zahl vom „Brust- und Hustentee“ bis zu „Frauen-Monatsbeschwerden“, zusammengefasst in 17 Paketen: Atemwege, Herz und Kreislauf, Verdauung … Zum jeweiligen Rezept und dessen Anwendung gab er auch begleitende Ratschläge mit.

Um die Kräuter der jeweiligen Mischung auch bildlich darzustellen, wandte er sich an den Maler Adolf Blaim, der mit seinen 272 Aquarellen das Ganze zu einem Gesamtkunstwerk machte.

Die Kräutermischungen waren sehr anspruchsvoll, und die Apotheker hatten wohl wenig Freude, wenn man ihnen eine solche Rezeptkarte vorlegte, nach denen sie die geforderte Mischung herstellen sollten. Kürzlich fragte ich unsere Apothekerin im Vereinsvorstand Mag. Ilse Leisser, was sie von den Weidinger-Mischungen halte. „Reiner Luxus“, sage sie, „bei unseren Teemischungen kommen wir mit viel weniger Kräutern aus.“ Warum also diese Vielfalt? Weidinger erklärte mir das so: „Nimm einmal jene Kräuter, die die Hauptwirkung für das jeweilige Problem haben. Drumherum aber brauchst du Unterstützung und Ergänzung, um Nebenwirkungen zu reduzieren, Körperfunktionen zu aktivieren usw.“ Höhere Wissenschaft also.

Das Werk „Ein guter Rat vom Kräuterpfarrer“ entstand in den Jahren 1980 – 84, also in jener Zeit, als Weidinger in Vorträgen, Büchern und über die Medien – also nur verbal – zu den Menschen kam. Als dann der Entschluss reifte, dass wir selbst die Tees erzeugen sollten, sah er ein, dass das nach seinen Vorgaben kaum realisierbar war. Für eine Produktion in größerem Umfang musste man die Palette etwas einschränken, und so sind unsere heutigen Tees auch echte Weidinger-Tees, von ihm selbst bereits für die Praxis zurechtgerichtet.

Trotzdem ist das Teekartenwerk Weidingers Meisterstück im Kräutermischen. Und darin ist er in der ganzen Heilkräuterkunde unübertroffen. Wer also „den ganzen Weidinger“ haben will, in dessen Bücherregal dürfen die 17 Teekarten-Pakete nicht fehlen. Aus diesem Grund haben wir eine Sonderaktion gestartet. Siehe unter „Bücher“ sowie in der Ringelblume (3/2012) auf Seite 10, und jeder Besucher im Kräuterpfarrer-Zentrum bekommt ein Gratis-Paket mit genaueren Informationen.

Der Anlass, dass wir gerade jetzt dieses Werk in den Vordergrund stellen, ist der 70. Geburtstag des Malers Adolf Blaim am 3. November. Wir sind gerade dabei, eine Ausstellung einzurichten „Weidinger und Blaim – der Kräuterpfarrer und sein Maler“. Mehr darüber demnächst!“

Ihr Karl Wanko, Obmann

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