"Freude, schöner Götterfunken!"

Hilarität steht für Heiterkeit, Fröhlichkeit und Lebensfreude

13.01.
2012
Was ist ein Sommergarten ohne Ringelblume? Er ist nur halb so schön. Die Ringelblume ist eine Lehrmeisterin der Freude.
Freitag, der Dreizehnte! – Bis jetzt ist an diesem Tag noch nichts schief gegangen (ich schreibe diese Zeilen am späten Abend). Im Kalender steht „Hilarius“, der „Fröhliche“. Pfarrer Weidinger schreibt dazu im „Guter-Morgen-Tipp“:
„Hilarität“ steht für Heiterkeit, Fröhlichkeit, Lebensfreude, gute Stimmung … – Das Leben eines jeden Menschen muss sich in der Auseinandersetzung mit andersartigen Lebensweisen und Denkformen bewähren. Das zu erreichen gelingt am leichtesten, wenn man gelernt hat, mit innerer Gelassenheit allen Problemen entgegenzutreten, jede Lüge und Unwahrheit zu meiden, Gerechtigkeit und Frieden zu fördern, Wahrheit und bleibende Freude anzustreben, das Zusammenleben mit anderen anziehend zu gestalten. – Das wäre ein 5-Punkte-Programm am Gedenktag des heiligen Hilarius!

„Mit innerer Gelassenheit …“ – Das erinnert an Weidingers letzten (unvollendeten) Text, geschrieben an seinem letzten (dem 86.) Geburtstag am 16. Jänner 2004 – mit der Überschrift „Gelassenheit und Zuversicht“. Wir hüten dieses Manuskript, eingespannt in seiner legendären Olympia-Schreibmaschine als Kleinod in der Weidinger-Gedächtnis-Ausstellung.
Diese Weidinger-Botschaft ist zum geflügelten Wort geworden. Was können wir uns in all unseren Lebenslagen – was können wir der Welt in diesen Finanzkrisenzeiten – besseres ans Herz legen, als „Gelassenheit und Zuversicht“? Alles andere, vor allem Angst und Panik, verstärkt die Krise, bringt uns im Leben nicht weiter.

Im Ausstellungsraum gleich neben dem erwähnten Text lesen wir Weidinger-Worte über die Ringelblume: Was ist ein Sommergarten ohne Ringelblume? Er ist nur halb so schön. Was ist ein sauberes Gesicht ohne Lächeln? Das Antlitz des Menschen – und wäre es noch so ebenmäßig und hübsch – ist nur halb zu anziehend und gewinnend, wenn ihm das Lächeln fehlt. Ringelblumen, ob gelb oder orange, ob einfach oder gefüllt, sie lächeln. Sie wenden sich der Sonne zu und bei Schlechtwetter schließen sie sich, öffnen sich aber immer wieder, bei jedem Schönwetter. Sie werden nicht müde, windet oder regnet es noch so oft, sie öffnen sich kurz danach aufs Neue – und Lächeln, über ihr ganzes Blumengesicht. Die Ringelblume ist eine Lehrmeisterin der Freude.
Schöner kann man es wohl nicht sagen!
Ich war viele Jahre Chorleiter eines gemischten Chores mit dem Namen „Hilaria“. Ein Pfarrer hat ihm bei der Gründung (1872) diesen Namen gegeben. Stets haben wir uns bemüht, dem Namen Ehre zu machen und den Menschen mit unserem Gesang Freude zu schenken.
Zu Weihnachten habe ich von meiner Familie die CD-Serie von Stefan Mickisch über alle neun Beethoven-Symphonien bekommen. Genial sind seine Klavierdarbietungen und noch genialer seine Kommentare. Selbst wenn man meint, sie sowieso in- und auswendig zu kennen, dringt man in neue Tiefen und Höhen ein. Mittlerweile und gerade heute (am Freitag dem 13. – „Hilarius“) bin ich bei der Neunten angelangt:
Freude, schöner Götterfunken, Tochter aus Elysium …
Alle Menschen werden Brüder, wo dein sanfter Flügel weilt.


Schillers Worte in Beethovens Musik – die Hymne Europas, eine zeitlose Botschaft an alle Menschen in der Welt!
Wann immer ich Glückwünsche schreibe, zum Geburtstag, zum neuen Jahr … wünsche ich nicht nur Gesundheit, sondern vor allem – Freude. Und so wünsche ich Ihnen, liebe Leser – unter Beherzigung von Weidingers 5-Punkte-Programm – fürs neue Jahr: Gesundheit und Freude!
 
Ihr Karl Wanko, Obmann

Advent – eine Zeit der Erwählung

Leistung ist gefragt. Wenn es der Mensch nicht mehr schafft, muss eben die Maschine herhalten. Die braucht höchstens eine Reparatur. Die redet nicht zurück und muss nicht sozialversichert werden. Das Leistungsdenken sitzt uns tief im Nacken und bestimmt unser Werten und Planen. mehr lesen