Ein großer "Lebens-Weiser"

... und ein Poet.

06.04.
2012
Das Erbe Weidingers wird von unserem "großen" Verein weiter getragen.
„Er hörte die Kräuter wachsen und verstand, mit ihnen zu plaudern.“ Unter diesem Titel widmet der Kneipp-Bund in seinem März-Heft einen ausführlichen Artikel dem Kräuterpfarrer Hermann-Josef Weidinger (von Dr. Susanne Jäger). „Man kennt ihn immer noch. Obwohl Pfarrer Weidinger schon vor 8 Jahren gestorben ist. Seinen unzähligen hilfreichen Ratschlägen für ein gesundes, naturverbundenes Leben folgen heute noch viele Menschen, obwohl ihr Urheber nun schon eine Weile nicht mehr im Radio zu hören ist, nicht mehr als Gast in Fernsehsendungen auftritt und nicht mehr persönlich als Kolumnist in Zeitungen zur Verfügung steht.“

Ich brauche an dieser Stelle wohl nicht ausführlich zu erklären, dass das Erbe Weidingers von unserem (großen) Verein weiter getragen wird und dass unser „neuer Kräuterpfarrer“ Benedikt Felsinger für diese Kontinuität steht – und die Medien reißen sich um ihn (tägliche Zeitungs-Kolumne, Fernsehen und Hörfunk).

„… Habe zehn Bücher von Kräuterpfarrer Weidinger. Das Buch ‚Lasst mich vom Leben reden‘ sollte für jeden Österreicher Pflichtlektüre sein, damit er weiß, was ein Mensch auszuhalten vermag. Wo der Österreicher doch wegen jeder Kleinigkeit raunzt! Über die Signatur, die er mir anno 1997 (mit 1 1/2 Kreisen) gegeben hat, bin ich sehr stolz. Das Gedicht ‚Eisberg und Öfen‘ hat es mir besonders angetan. Ich bin unserem Herrgott dankbar, dass es diesen einfachen und doch so weisen Menschen gegeben hat, dessen Bücher viel zur Reife des Menschen beitragen … Mit lieben Grüßen, Josefine L.“ (Stmk).


EISBERG UND ÖFEN
Unsinnig der Gedanke,
nie wird es gelingen, mit einem Zündholz
einen Eisberg zum Schmelzen zu bringen.
Doch strebe weiter.
ist ein Ofen dein,
und wenn du das Zündholz noch hast,
dann heize ein.
Langsam und beständig
leg Kohle hinzu.
Habe Geduld. Warte ab,
der Erfolg kommt sicher. Nicht gleich im Nu.
So ist es im Leben.
Nur wer Wärme hat,
kann Wärme anderen geben.
Eisberge in Fülle vorhanden.
Öfen gesucht.



Hier nur in schlichtem Kursiv, im Buch „In Gold geprägt“ in Kalligraphie aus der Hand des Schriftkünstlers Emil Jaksch.

Weidinger war also nicht nur ein Kenner der Kräuter, der mit ihnen „zu plaudern verstand“, und den Menschen abertausend Ratschläge über deren Heilkraft nahelegte, er war auch ein Poet – und ein großer Lebens-Weiser (im Doppelsinn dieses Wortes). Ich hatte das Glück, durch viele Jahre eng mit ihm zusammen zu arbeiten und dabei viel von ihm zu lernen.

Ihr Karl Wanko, Obmann

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