Drei Kräuter am Gründonnerstag

Bärlauch, Brennnessel und Gänseblümchen

13.04.
2017
Brot und Wein sind die eindeutigen Zeichen, die heute in der Liturgie des Letzten Abendmahles dominieren. Sie werden zur Wohnstatt der tatsächlichen Präsenz Christi in der Gemeinschaft der Feiernden. Das ist nicht nur heute der Fall, sondern bei jeder Feier der Eucharistie. Mit dem Gründonnerstag ist gleichzeitig eine Erinnerung an das jüdische Pessachmahl verbunden, bei dem wiederum die Kräuter eine Rolle spielen.
In Anlehnung an diese jüdische Feier möchte ich ebenfalls die Frühlingspflanzen ins Spiel bringen. Brennnessel, Bärlauch und Gänseblümchen sind ja durchaus vor Ort zu finden und können auf eine ideale Weise unseren Übergang von der Fastenzeit zum Osterfest und den darauffolgenden Wochen begleiten. Es sind sozusagen die Favoriten unter dem Wildgemüse, das wir mit Maß und Ziel ohne Bedenken verwenden können.

Im Bärlauch steckt, wie viele wissen, die Tugend, dem Organismus vor allem im Bereich der Gefäße, des Blutdrucks und der Leber unter die Arme zu greifen und vieles dort auszutarieren.

Die Brennnesseln wiederum bringen Eisen in den Stoffwechselkreislauf ein und reinigen gleichzeitig das Blut. Zum Schluss sollte man vor allem die Gänseblümchen nicht verachten, die einen geregelten Stuhlgang unterstützen und ebenfalls bei deren Verzehr der Leber zugute kommen.

Wenn man heute am Gründonnerstag danach trachtet, das heilige Triduum bis zur Osternacht ganz bewusst zu gestalten, dann dürfen die Frühlingskräuter in den Speiseplan des Tages miteinfließen. Dort muss eben nicht nur der Spinat dominieren, dessen Genuss allerdings auch zu empfehlen ist. Übrigens: Nicht vergessen, von den drei Kräutern einzeln oder gemischt einen Tee aufzubrühen und zu trinken!

Verwendungsvorschläge für die Küche
Von den Blättern des Bärlauchs lässt sich roh ein würziger Salat anrichten oder man verwendet sie fein geschnitten als Suppenbeigabe. Die frischen Brennnessel-Blätter sollte man kurz vor dem Rohgenuss abbrühen, dann fein hacken und auf ein Topfenbrot streuen oder ebenfalls in die Suppe geben. Die Blätter und Blüten des Gänseblümchens kann man zum Garnieren der Gerichte heranziehen. Ein gewöhnlicher grüner Salat kann ebenso damit aufgebessert werden wie ein selbst gemachter Streichkäse für die Jause zwischendurch oder die Abendmahlzeit.

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