Die Vogelmiere – Stellaria media

Das unscheinbare Pflänzchen schenkt neue Lebenskraft

Die Vogelmiere, Stellaria media, stellt ein weitverzweigtes Nelkengewächs dar, das oft ganze Rasenflecke bildet. Diese ein- bis zweijährige Pflanze wuchert üppig fast das ganze Jahr über, auch im Winter. Sie gedeiht mit Vorliebe auf Kulturland und in der Nähe menschlicher Wohnungen.
Dieses Wildkraut ist ohne Geruch und schmeckt leicht angenehm bitter. Das Kraut ohne Wurzel kann im Frühjahr sobald der Schnee schmilzt bis in den Oktober hinein gesammelt werden.

Die Pflanze mit spindelförmiger Wurzel wird 20 bis 40 cm hoch und ist in allen Erdteilen anzutreffen. Die Vogelmiere hat weiche, dünne Stängel, die schlaff auf dem Boden liegen oder aufsteigen. Sie tragen zwischen den Blättern eine Haarreihe. Die eiförmigen, fleischigen, sattgrünen Blätter sind gegenständig, unten lang-, oben kurzgestielt. Die Blüten stehen in lockeren wenigblütigen Trugdolden. Sie besitzen schneeweiße Blütenblätter, die vorn tief ausgeschnitten sind und rotviolette oder purpurne Staubgefäße zeigen.

Das Volk nennt die Vogelmiere „Hühnerdarm“, weil sich der innere Kern des Stängels beim Anziehen von der äußeren Stängelhülle leicht löst und so eine „darm“-artige Röhre zurückbleibt.

Inhaltsstoffe
Saponine, Vitamin C, Schleimstoffe und Kaliumsalze stehen hier im Vordergrund.

Heilwirkung
In der Vogelmiere vereinen sich Vitamine, Saponine und Mineralsalze, wodurch ihre Wirkung auf die Sinnesorgane und die Haut, aber auch auf Blut und Atemprozess zustande kommt. Dieses unscheinbare Pflänzchen schenkt neue Lebenskraft und tritt der Frühjahrsmüdigkeit entgegen. Der Tee wirkt schleimlösend, er hilft gegen Husten und Bronchitis. Die Pflanze regt den Stoffwechsel an und unterstützt Frühjahrskuren. Vogelmiere dient weiters gegen Gedächtnisschwäche, Kopfschmerzen, Herzklopfen, Muskelrheumatismus, Augen- und Lungenschwäche sowie bei Schuppenflechte.

Vogelmieretee
2 Teelöffel voll zerkleinertes Kraut mit 1/4 l kochendem Wasser übergießen, 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen, dann abseihen. Täglich 2 Schalen dieses Tees schluckweise trinken. – Bei Augenschwäche zusätzlich die Augen mehrmals täglich mit dem Tee baden. Waschungen mit Vogelmieretee haben sich auch bei Gicht und Rheumaleiden bewährt. Sie festigen die Haut, nehmen Unreinheiten und helfen Fett abzubauen.

Vogelmiereöl
10 Esslöffel voll klein geschnittene Vogelmiere in eine feuerfeste Glasschüssel geben, 1/4 l kaltgepresstes Sonnenblumenöl darübergießen und gut durchmischen. Das Ganze in einen größeren Topf hängen, der auf der offenen Kochplatte steht, in dem Wasser leise köchelt und 3 Stunden weiterköcheln lassen. Dann abseihen, das Öl in braune Fläschchen füllen, dunkel und kühl lagern. – Leichte Verletzungen und kleine Wunden reibt man mit diesem Vogelmiereöl ein oder bringt einen Verband an. Die Wunde heilt so rasch aus und es entstehen keine Entzündungen.

In der Küche
Vogelmiere eignet sich hervorragend als Suppengrün sowie als Beigabe zu Wildkräuter­Salaten und Topfen-Streichkäse. Auch feingehackt auf fertige Schaffleisch- und Rindfleischgerichte oder einfach aufs Butterbrot gegeben, mundet dieses Kraut ausgezeichnet.

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