Der kahle Baum und der Morgenstern

Eine körperlich-spirituelle Impression

18.12.
2015
Was muss ich tun, um zu Weihnachten gesund zu sein? Nun, diese Frage kommt aber reichlich spät! Das kann man mir zu Recht vorwerfen. Denn wie soll das gehen? In wenigen Tagen bricht bereits die Heilige Nacht an, die mit den Feiern der Mitternachtsmetten in den Christtag einmündet.
Inmitten all des Zustrebens auf das Geburtsfest Christi möchte ich Ihnen, werte Leserinnen und Leser, einen Eindruck weitergeben, den ich vor kurzem gewonnen habe.

Da sich durch vermehrtes Niesen und einem kratzenden Hals eine beginnende Erkältung bei mir abzeichnete, ging ich in aller Herrgottsfrüh einem Rat meines Mitbruders Hermann-Josef Weidinger zufolge in unseren Klostergarten. Man soll sich nämlich viel in frischer Luft aufhalten, wenn man einer leichten Verkühlung etwas entgegensetzen möchte. Es war vor dem morgendlichen Chorgebet in der Stiftskirche. Der Himmel war wolkenlos und von Nebel weit und breit keine Spur. Gleißend und unübersehbar strahlte der Morgenstern vom Himmel, und im Osten begann sich durch das anbrechende Licht der neue Tag bereits abzuzeichnen.

Zwischen dem Himmel und mir standen zwei kahle Bäume, eine mächtige Sommerlinde und ein nahe wurzelnder Geweihbaum, ein amerikanischer Exot, der vor mehr als 50 Jahren in den Konventgarten gesetzt wurde. Ihre unbelaubten Äste griffen förmlich nach dem Himmel und den Sternen. Des Ballastes der sommerlichen Blätterfülle verlustig, erkannte ich an den schmucklosen Trieben, dass die Bäume eine gewisse Freiheit zum Ausdruck brachten, die alles Vergängliche hinter sich ließ, um eben die eigentliche Zukunft und Grenzenlosigkeit ins Visier zu nehmen.

Ja, vielleicht kann ein kahler Baum, der so gar nichts Weihnachtliches an sich hat, gerade dazu beitragen, den wahren Gehalt des Christfestes nicht zu übersehen und damit nicht nur gesund, sondern vielmehr heil zu werden.

Morgendliche Übung:
Um die Lunge wiederum mit frischer Luft zu befüllen, begib dich zeitig in der Früh einfach vor das Haus und nimm dir Zeit, ganz bewusst fest ein- und auszuatmen. Und dann geh zu einem kahlen Baum, der dir zusagt. Stell dich in einiger Entfernung vor ihn hin, so dass bei klarer und wolkenloser Sicht die Sterne am Himmel zu sehen sind. Dann streck die Arme nach oben aus und sag danke für den neuen Tag. Sag gleichzeitig Ja zu all den Geschenken, die er mit sich bringt und zu all den Herausforderungen, die du zu meistern hast.

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