Etwas zum Drüberstreuen

Der Samen des Spitzwegerichs

09.09.
2017
Da nun das neue Schuljahr wieder seinen Anfang nimmt und es für die Schüler heißt, Tag um Tag das bereits vorhandene Wissen zu festigen und zu vermehren, dürfen auch jene, die ihre Ausbildungen bereits abgeschlossen haben, einen positiven Anstoß fürs Leben aufgreifen, wenn sie die Kinder und Jugendlichen zur Schule eilen sehen. Ich meine damit das Ausprobieren und Entdecken im Reich der Heilkräuter.
Als Demonstration dafür möge heute der Spitzwegerich dienen. In seinem wissenschaftlichen Namen (Plantago lanceolata) gibt der grüne Geselle dem Interessierten einen Hinweis, dass seine Inhaltsstoffe im lanzenähnlich geformten Blatt dazu behilflich sind, allen entzündlichen Veränderungen der Haut, der Schleimhäute im Mund und Rachen sowie der Atemwege den Kampf anzusagen. Darüber hinaus signalisiert er noch etwas anderes. Das Erkennungsmerkmal des Spitzwegerichs sind seine schmalen und länglichen Blätter, an deren Rückseite die Blattnerven deutlich hervortreten. Damit ist also alles angesprochen, was die menschlichen Nerven strapaziert.

Mit den Inhaltsstoffen des demütigen Wegerichs am Wegrand können wir gleichsam alles bejagen, was uns Geduld und Ruhe raubt. Die Schleimstoffe des Wegerichs wirken reizlindernd, seine Gerbstoffe hingegen adstringierend. Um nun dem Wissensdrang engagierter Schüler nachzueifern, kann man darangehen, die einzelnen verwendbaren Teile des Wegerichs quasi herunter zu deklinieren: Das Blatt und die Wurzel wurden an dieser Stelle schon öfter behandelt. Von den alten Chinesen dürfen wir etwas abschauen, die sich vor allem auf den Gebrauch des Samens des Wegerichs konzentriert haben. Auch dieser kann mit Maß und Ziel verwendet werden.

Beigabe zu Speisen
Im alten China hat man die Indikation des Spitzwegerich-Samens als harntreibend, entwässernd, und schleimlösend beschrieben. Außerdem billigte man ihm die Kraft zu, das Sehvermögen zu steigern. Generell dürfen auch wir heute sagen, dass der mäßige Konsum des Samens des Spitzwegerichs einer besseren gesundheitlichen Konstitution zuträglich sein kann. Eine Tagesration sollte jedoch 10 g nicht überschreiten. Am besten streut man die kleinen Körner, die von den Fruchtständen des Wegerichs abgerebelt werden können, über Salate, Gemüse oder über die Suppe im Teller.

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